itnoa 2011
Das Konzept
Das zentrale Anliegen in dem Projekt ist es, die drei Kernelemente von itnoa 2008 People, Space and Tools als nicht getrennt zu betrachten.
Wo ist der Raum – innerhalb oder außerhalb des Menschen? Oder ist Raum ein dem Menschen inhärentes als auch transzendierendes Phänomen?
Diese Fragen führen uns zu Orten in der Stadt, die sich dadurch auszeichnen, dass sie einerseits marginal benutzt und andererseits aufgrund ihrer Situierung und Komposition hohes Potential besitzen, bespielt und dadurch transformiert zu werden. Diese Realität definiert die Grundlage einer Intervention im öffentlichen Raum, die in ihrer Aussage einerseits die StadtbewohnerInnen und andererseits ArchitektInnen und Architekturschulen tangieren und zusammenbringen soll.
Dieser Dialog beginnt sukzessive einen Raum zu zeichnen und gleichzeitig umzusetzen.
Dieser Raum entsteht sowohl im physischen Ort wie auch auf soziokultureller und diskursiver Ebene, wobei in jeder dieser Ebenen die Beziehung zwischen People, Tools and Space variiert.
Der Ort
Für den Ort, oder die potentiellen Orte, wird eine Situation am Wienfluss ausgewählt, in der mehrere unterschiedliche urbane Qualitäten aufeinandertreffen. Diese stellen eine bedeutende Basis für eine Reinterpretation und Bespielung dar.
Die Besonderheit des Ortes liegt in der Kombination von konträren städtischen Raumqualitäten (siehe Skizze).
Die räumliche Nähe der unterschiedlichen Raumsituationen eröffnet uns die Möglichkeit diese durch Interventionen und Installationen in einem narrativen Zusammenhang zueinander zu bespielen. Die mehrwöchige Veranstaltung ist somit für die BesucherInnen lesbar. Durch unterschiedliche
Höhenniveaus der Veranstaltungsorte und ihrer simultanen Bespielung kann das Geschehen in seiner Abfolge gelesen werden. Die Interventionen und Installationen funktionieren somit als ‘work in progress’ , finden statt, während gleichzeitig an anderen Orten auf- bzw. abgebaut wird. Diese Komposition zwischen Tools, People and Space schafft die Möglichkeit, dass sich diese Elemente verflechten und miteinander zu interagieren beginnen.
So sollen nicht nur Vortragende durch die Intensität der geschaffenen Räume inspiriert werden sondern auch Besucher durch den Identifikationscharakter der bespielten Räume zur Eigeninitiative angeregt werden.
Die StadtbewohnerInnen
Durch die unerwartete Bespielung eines für den Stadtbewohner unbedeutenden und zugleich vertrauten Ortes, wird seine Wahrnehmung auf potentielle Nutzungsformen sensibilisiert. Er gewinnt dadurch einen neuen Bezug zum (bespielten) Raum und realisiert sein Potential die eigene Umgebung mit geringen Mitteln verändern zu können.
Die Architektin, der Architekt
Wie würde sich die Rolle des Architekten ändern wenn der Stadtbewohner beginnt seine Umgebung aktiv mitzugestalten ? Wäre das Produkt dieser Mitgestaltung ebenfalls Architektur? Wie können aktive Gestaltungsprozesse des Stadtbewohners zu Architektur werden?
Die/der Vortragende
Die Vortragenden sind einerseits ArchitektInnen und Architekturbüros, die eine traditionelle Planungsmethode verfolgen und andererseits Gruppen, Büros und Vereine, die eine aktive Mitgestaltung auf lokaler Ebene verfolgen.
Die Architekturschule
Wie müsste sich die Vermittlung des Architekturverständnisses auf didaktischer und theoretischer Ebene verändern?
Mit diesem Dialog entsteht ein Raum, der Aspekte aufzeigt, wie Mitgestaltungsprozesse von StadtbewohnerInnen zu Architektur werden und dadurch das Architekturverständnis verändern können.
Vielleicht ist der resultierende Effekt Architektur.
Der Wienkanal
Der Wienkanal als ein sogenannter ‚Unort‘ hat eine nicht unbeachtliche Präsenz im Stadtraum, ist aber außerhalb seiner infrastrukturellen Funktion ungenutzt und jahreszeitlich bedingt auch unnutzbar. Die meiste Zeit des Jahres ist er jedoch nahezu trocken und diese Möglichkeit möchten wir
Nutzen um den Kanal zu erschließen und zu bespielen. Eine Veranstaltung an diesem Ort würde zu einem einmaligen Erlebnis werden und dieser allein schon zur Diskussion anregen.
Das Erdgeschoß
Hier soll die temporäre Gestaltung und Nutzung des Raumes durch Verwendung und Umfunktionierung der Fläche einer Parkstraße, des Radweges, des Gehsteiges und allenfalls einer kleinen Grünzone stattfinden. Dieser Raum hat für Veranstaltungsbesucher einen hohen Identifi kationswert, da fast jeder in seiner Umgebung solche Plätze und Orte vorfinden kann. Wie einfache Mittel einen Raum verändern und mit einer ganz neuen Bedeutung aufladen können wird an diesem Ort besonders ersichtlich. Ein ungenutztes Erdgeschoßlokal, wie es zum Beispiel bei Ort 2 in der Nevillegasse verfügbar wäre, würde einen weiteren potentiellen Veranstaltungsort bieten.
Das Obergeschoß
Die Private Wohnung als Veranstaltungsort. Der Architekturdiskurs im Wohnzimmer.
Public meets Private.
Das Dach
Ein Dach für Veranstaltungen zu verwenden bietet eine besondere Atmosphäre – umso mehr, wenn es sich um ein normalerweise ungenutztes Dach handelt. Nicht nur den VeranstaltungsbesucherInnen, auch den BewohnerInnen der Umgebung werden neue Perspektiven eröffnet.
itnoa2011 Das Team: Lukas Böckle Eveline Leichtfried Iris Hercher Andreas Liska Lukas Pankraz Mähr Johannes Pilz Clarissa Reikersdorfer Elisabeth Sumereder Jeanine Wörndl Mina Yaney (Kontakt)